05.07.2026 22:47
Steuererklärung 2025: Jetzt Geld vom Finanzamt zurückholen – diese Ausgaben vergessen viele// IN KÜRZE
Die Steuererklärung kann sich auch dann lohnen, wenn man eigentlich keine Lust darauf hat. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verschenken jedes Jahr Geld, weil sie berufliche Ausgaben, Fahrtkosten, Homeoffice-Tage, Versicherungen, Handwerkerrechnung
05.07.2026 | Quelle : report.hamburg Redaktion
Die Steuererklärung kann sich auch dann lohnen, wenn man eigentlich keine Lust darauf hat. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verschenken jedes Jahr Geld, weil sie berufliche Ausgaben, Fahrtkosten, Homeoffice-Tage, Versicherungen, Handwerkerrechnungen oder Nebenkosten nicht angeben.
Wer die Erklärung selbst machen möchte, kann dafür zum Beispiel das kostenlose ELSTER-Portal nutzen oder eine geführte Steuersoftware wie WISO Steuer verwenden.
Für viele Menschen ist die Steuererklärung ein Thema, das man gerne vor sich herschiebt. Belege suchen, Zahlen eintragen, Formulare verstehen – das klingt erstmal nach Papierkram. Dabei kann genau dieser Papierkram am Ende bares Geld bringen.
Gerade wer im Jahr 2025 gearbeitet, gependelt, im Homeoffice gesessen, Arbeitsmittel gekauft oder Handwerker bezahlt hat, sollte prüfen, ob sich eine Steuererklärung lohnt.
Besonders wichtig: Für die Steuererklärung 2025 endet die Frist bei einer verpflichtenden Abgabe grundsätzlich am 31. Juli 2026. Wer freiwillig abgibt, hat in der Regel deutlich länger Zeit. Trotzdem lohnt es sich, nicht bis zum letzten Moment zu warten.
Warum sich die Steuererklärung oft lohnt
Viele Steuerzahlerinnen und Steuerzahler bekommen Geld zurück, weil während des Jahres zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man nicht das ganze Jahr gearbeitet hat, hohe Werbungskosten hatte, einen langen Arbeitsweg hatte oder Ausgaben angefallen sind, die das Finanzamt steuerlich anerkennt.
Auch wer denkt „Bei mir gibt es doch nichts abzusetzen“, sollte genauer hinschauen. Oft kommen über das Jahr verteilt mehr Kosten zusammen als gedacht.
Laptop, Drucker, Fachliteratur, Arbeitskleidung, Bewerbungskosten, Fahrten zur Arbeit, Internetkosten, Telefonkosten, Homeoffice-Tage oder Fortbildungen können steuerlich relevant sein. Einzelne Beträge wirken klein, können sich zusammen aber bemerkbar machen.
Diese Kosten sollten Sie prüfen
1. Werbungskosten: Alles rund um den Job
Werbungskosten sind Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf stehen. Dazu können unter anderem Arbeitsmittel, Fachbücher, berufliche Software, Bewerbungskosten, Fortbildungen, Reisekosten oder Kontoführungsgebühren gehören.
Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt bei 1.230 Euro. Dieser Betrag wird bei Arbeitnehmern grundsätzlich automatisch berücksichtigt. Wer höhere berufliche Kosten hatte, sollte diese einzeln angeben.
2. Fahrtkosten zur Arbeit
Auch der Weg zur Arbeit kann steuerlich eine Rolle spielen. Für die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kann die Entfernungspauschale angesetzt werden.
Dabei zählt grundsätzlich die einfache Entfernung, nicht Hin- und Rückweg zusammen. Gerade bei längeren Arbeitswegen kann hier ein spürbarer Betrag entstehen.
3. Homeoffice-Pauschale
Wer 2025 im Homeoffice gearbeitet hat, sollte die Homeoffice-Tage prüfen. Die Homeoffice-Pauschale beträgt 6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr.
Ein separates Arbeitszimmer ist dafür nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist aber, die Tage nachvollziehbar zu dokumentieren.
4. Arbeitsmittel und Technik
Laptop, Monitor, Drucker, Schreibtischstuhl, Tastatur, Maus, Headset oder beruflich genutzte Software können je nach Nutzung steuerlich relevant sein.
Bei gemischter Nutzung, also privat und beruflich, sollte der berufliche Anteil realistisch geschätzt und dokumentiert werden.
5. Versicherungen und Sonderausgaben
Auch Sonderausgaben können die Steuerlast senken. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Versicherungsbeiträge, Kirchensteuer, Spenden oder Vorsorgeaufwendungen.
Wer gespendet hat, sollte die Spendenbescheinigungen oder Zahlungsnachweise bereithalten.
6. Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen
Viele vergessen Rechnungen rund um Wohnung und Haushalt. Handwerkerleistungen können steuerlich begünstigt sein, ebenso haushaltsnahe Dienstleistungen.
Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Arbeiten in der Wohnung, im Haus oder auf dem Grundstück. Wichtig: In der Regel müssen Rechnung und unbare Zahlung, also zum Beispiel Überweisung, nachweisbar sein.
7. Nebenkostenabrechnung nicht vergessen
Auch in der Nebenkostenabrechnung können steuerlich relevante Posten stecken. Dazu gehören zum Beispiel Hausreinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Hausmeister oder Wartungsarbeiten.
Wer zur Miete wohnt, sollte deshalb nicht nur die großen Rechnungen anschauen, sondern auch die Betriebskostenabrechnung prüfen.
So kann man die Steuererklärung machen
Möglichkeit 1: Kostenlos über ELSTER
Die offizielle Lösung der Finanzverwaltung ist ELSTER. Über das Online-Portal kann die Steuererklärung direkt elektronisch abgegeben werden.
Das ist kostenlos, erfordert aber etwas Einarbeitung. Wer sich mit Steuerformularen auskennt oder einfache Fälle hat, kann damit gut arbeiten.
Zum offiziellen Portal: ELSTER
Möglichkeit 2: Geführte Steuersoftware nutzen
Wer mehr Unterstützung möchte, kann eine Steuersoftware nutzen. Solche Programme führen Schritt für Schritt durch die Erklärung, geben Hinweise zu möglichen Absetzungen und helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden.
Besonders bekannt ist WISO Steuer.
Hier geht es zu WISO Steuer: WISO Steuer*
Möglichkeit 3: Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater
Wer unsicher ist, komplizierte Sachverhalte hat oder keine Zeit investieren möchte, kann sich auch professionelle Hilfe holen.
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann ein Lohnsteuerhilfeverein eine Möglichkeit sein. Bei Selbstständigkeit, Vermietung, Gewerbe oder komplexeren Fällen ist ein Steuerberater oft die bessere Wahl.
Welche Unterlagen sollte man bereitlegen?
Vor dem Start hilft eine kleine Sammlung der wichtigsten Unterlagen. Dazu gehören die Lohnsteuerbescheinigung, Steuer-ID, Bankverbindung, Nachweise zu Versicherungen, Spendenbelege, Rechnungen für Arbeitsmittel, Homeoffice-Aufzeichnungen, Fahrtkosten, Handwerkerrechnungen, Nebenkostenabrechnungen und Nachweise zu Fortbildungen oder Bewerbungen.
Wer seine Belege direkt sortiert, spart sich später viel Stress. Oft reicht schon ein Ordner auf dem Computer oder ein Umschlag, in dem alle steuerlich relevanten Unterlagen gesammelt werden.
Fazit: Nicht liegen lassen – prüfen lohnt sich
Die Steuererklärung ist für viele kein Lieblingsthema. Trotzdem kann sie sich lohnen.
Wer berufliche Ausgaben, Homeoffice, Fahrtkosten, Versicherungen, Handwerkerleistungen und Nebenkosten sauber prüft, kann möglicherweise Geld vom Finanzamt zurückbekommen.
Ob kostenlos über ELSTER, mit einer Software wie WISO Steuer oder mit professioneller Unterstützung: Wichtig ist, überhaupt anzufangen. Denn wer nichts einreicht, bekommt auch nichts zurück.
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