29.04.2026 16:06

Hamburg im Fokus: Polizeipräsidenten diskutieren hybride Bedrohungen

// IN KÜRZE

Vom 27. bis 29. April 2026 findet in Hamburg die Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft der Polizeipräsidentinnen und Polizeipräsidenten in Deutschland statt. Rund 50 Führungspersönlichkeiten aus dem gesamten Bundesgebiet tauschen sich über hybride Bedrohungen wie Sabotage und Desinformation aus. Der Austausch betont die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.

29.04.2026 | Quelle : Polizei Hamburg  |  Original: Zur Originalmeldung

Hamburg im Fokus: Polizeipräsidenten diskutieren hybride Bedrohungen © Quelle Polizei Hamburg: Teilnehmende Ag PP

Die Freie und Hansestadt Hamburg wird vom 27. bis 29. April 2026 Gastgeber der diesjährigen Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft der Polizeipräsidentinnen und Polizeipräsidenten in Deutschland sein. Polizeipräsident Falk Schnabel hat dazu rund 50 Führungspersönlichkeiten aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, darunter auch mehrere ehemalige Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber. Im Mittelpunkt der Tagung stehen aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen, insbesondere die Gefahren durch hybride Bedrohungen.

Zu den zentralen Themen der Diskussion gehören Angriffe auf die Gesellschaft, die sich in Form von Sabotage kritischer Infrastrukturen, Desinformation und Spionage äußern. Innensenator Andy Grote, der auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz ist, begrüßte am Montagabend alle Teilnehmenden in der Akademie der Polizei Hamburg. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung der Polizei für die Resilienz der Gesellschaft gegenüber äußeren Beeinträchtigungen hervor.

Am Dienstag eröffnete Berlins Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik-Meisel, die zurzeit die Arbeitsgemeinschaft leitet, die Tagung. Den Auftakt bildete ein Fachvortrag von Holger Münch, dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, der die Herausforderungen und Strategien im Umgang mit hybriden Bedrohungen beleuchtet. Ein weiterer Vortrag von Sinan Selen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, fokussierte sich auf die Rolle seiner Behörde bei der Abwehr von Spionage und Einflussnahme.

Die Vortragsreihe wurde durch Jürgen Ebner, Deputy Executive Director von Europol, ergänzt, der einen europäischer Blick auf das Thema warf. Zudem berichtete Dr. Barbara Slowik-Meisel über die Lehren aus dem großflächigen Stromausfall in Berlin zu Beginn des Jahres. Auch die Polizei Hamburg war vertreten; Timo Zill, Leiter der Schutzpolizei, informierte über den Stand der Drohnennutzung und -abwehr in Hamburg. Ein Vertreter der Bundespolizeidirektion 11 sprach darüber hinaus über die Drohnenabwehrfähigkeiten der Bundespolizei.

Am Mittwoch setzte sich die Tagung mit Vorträgen von Dr. Polzehl vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz fort, der über Fake News und Desinformation im polizeilichen Kontext referierte. Oberstleutnant i. G. Thilo Geiger beleuchtete die Kommunikationsstrategien im hybriden Konflikt. Die Fachvorträge wurden durch einen intensiven Erfahrungsaustausch und Networking-Möglichkeiten ergänzt.

Ein gemeinsames Rahmenprogramm, das unter anderem eine Führung durch das Hamburger Rathaus und einen Besuch des Polizeimuseums beinhaltete, bot den Teilnehmenden zusätzliche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Polizeipräsident Falk Schnabel fasste am Ende der drei Tage zusammen, wie wichtig es sei, Wissen zu bündeln und gemeinsam an der Bewältigung der Herausforderungen durch hybride Bedrohungen zu arbeiten.