15.01.2026 15:12

Hasskriminalität im Hamburger ÖPNV: Polizei sucht Zeugen nach zwei Übergriffen

// IN KÜRZE

In Hamburg kam es kürzlich zu zwei Vorfällen von Hasskriminalität im öffentlichen Personennahverkehr. Ein 27-Jähriger wurde im Nachtbus homophob beleidigt, während ein weiterer Mann in der U-Bahn rassistisch angegriffen wurde. Die Polizei Hamburg ruft Zeugen auf, sich zu melden.

15.01.2026 | Quelle : Polizei Hamburg  |  Original: Zur Originalmeldung

Am Dienstag, den 13. Januar 2026, ereigneten sich zwei schockierende Fälle von Hasskriminalität im öffentlichen Personennahverkehr in Hamburg, die nun Ermittlungen des Staatsschutzes des Landeskriminalamts (LKA 73) nach sich ziehen. Die Polizei sucht dringend Zeuginnen und Zeugen, die Informationen zu den Vorfällen geben können.

Der erste Vorfall ereignete sich zwischen 01:21 Uhr und 01:54 Uhr im Nachtbus der Linie 607, als ein 27-jähriger Mann von Hamburg-St. Pauli nach Barmbek-Nord fuhr. Während der Fahrt wurde er plötzlich von einem unbekannten Mann homophob beleidigt und bedroht. An der Haltestelle Flachsland stieg der junge Mann aus, wurde jedoch von seinem Angreifer und dessen Begleiter verfolgt, die ihn weiterhin bedrohten. Der 27-Jährige flüchtete schließlich nach Hause, wo er online Anzeige erstattete. Der Täter wurde als etwa 24 bis 29 Jahre alt, 168 bis 175 cm groß und mit einer dunklen Jacke sowie einer nach hinten getragenen Basecap bekleidet beschrieben.

Der zweite Vorfall fand am selben Tag zwischen 12:25 Uhr und 12:35 Uhr in der U-Bahn-Linie U1 statt. Hier wurde ein Mann, der von Fuhlsbüttel in Richtung Großhansdorf unterwegs war, von einem anderen, ebenfalls unbekannten Mann rassistisch beleidigt. Der Angreifer stieg an der Station Norderstedt Mitte ein. Am Bahnhof Ohlsdorf kam es dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen beiden Männern, in die mehrere Passanten eingriffen. Der beleidigte Mann wollte den Bahnhof verlassen, wurde aber von seinem Angreifer mit einem Messer bedroht. Passanten trennten die beiden Kontrahenten, bevor die Polizei eintraf.

Obwohl Zeugen die Polizei alarmierten, konnten die Einsatzkräfte trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen keinen der beteiligten Männer mehr auffinden. Die Beschreibungen der Zeugen sind jedoch detailliert: Der erste Mann, der beleidigte wurde, ist 175 bis 180 cm groß, etwa 30 bis 35 Jahre alt, hat eine athletische Statur und war in einer grünen Warnweste sowie einer schwarzen Sonnenbrille gekleidet. Der zweite Mann, der ihn bedrohte, wird als 195 bis 200 cm groß, 35 bis 45 Jahre alt, kräftig und mit einem Henriquatre-Bart beschrieben. Er trug einen knielangen grünen Parka und führte ein Messer mit sich.

Die Ermittlungen des LKA 73 zu beiden Vorfällen dauern an. Die Polizei appelliert an alle Passanten, die die Vorfälle beobachtet haben oder Informationen zu den Tätern geben können, sich umgehend zu melden. Hasskriminalität hat in der Gesellschaft keinen Platz, und die Polizei Hamburg setzt alles daran, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.